Geusemer Kerb, ein Synonym für einen zwei Wochen andauernden Ausnahmezustand in unserem beschaulichen Örtchen. Für viele Geinsheimer ist es das Event, dem sie ein ganzes Jahr lang entgegen fiebern. Doch was machen die Kerweborsch eigentlich die restliche Zeit des Jahres? Darüber wollen wir Sie in folgendem Text aufklären und einmal den groben Ablauf eines Kerwejahres schildern.

 

Ein neues Kerwejahr beginnt traditionell mit der Wahl des neuen Kerwevadders und seinem Beivadder am 1. Freitag im November. Unterstützt werden die Borsch dabei von einem Wahlausschuss, der sich aus ehemaligen Kerweborsch zusammensetzt. Ist der neue Kerwevadder gewählt, benennt er auch die Kerwemudder für das kommende Kerwejahr. Dieser Tag ist auch die erste Gelegenheit für junge und interessierte Menschen ab 16.Jahren, sich der Gruppe anzuschließen. Die Kerweborschsitzungen finden danach etwa alle 4 Wochen statt, jeweils am Mittwoch davor, trifft sich der Vorstand zu einer Vorstandssitzung um organisatorische Aufgaben zu erledigen.

 

Tradition ist uns bei den Geusemer Kerweborsch sehr wichtig. Daher besuchen wir seit vielen Jahren schon gemeinsam die Lokalschau der Geinsheimer Kleintierzüchter in der Sporthalle. Bei kalten Getränken und der geschlossenen Teilnahme an der Tombola verbringen wir dort stets einen schönen Tag.

 

Doch nicht nur Freizeitveranstaltungen nehmen die Borsch wahr, sondern sind auch stets stark vertreten, wenn es etwas zu arbeiten gilt. So auch beim Anbringen der Weihnachtsbeleuchtung Anfang Dezember gemeinsam mit anderen Vereinen des Vereinsrings.

Der Höhepunkt in der Weihnachtszeit ist der seit einigen Jahren schon stattfindende Geusemer Weihnachtsmarkt rund um die Lesekapelle. Für diesen Event müssen etliche Vorbereitungen schon viele Monate vorher getroffen werden. Dazu zählen z.B. das Einholen diverser Genehmigungen, Registrierung der Teilnehmen und Einteilung der Stände, organisieren von Programmpunkten wie Tanz- und Musikgruppen, Kalkulation und Bestellung der Getränke, setzen von Stromkästen und Organisation der Sanitären Anlagen. Außerdem werden die von Leo Zwittmeier bemalten Ortsschilder für den Weihnachtsmarkt schon einige Wochen vorher an den einzelnen Ortseingängen angebracht und fleißig Werbung in Zeitungen und Magazinen, sowie im Internet gemacht.

Mitte Dezember übernimmt der Vorstand der Kerweborsch außerdem einen Thekendienst am Theaterabend des MGV Eintracht.

 

Kaum ist das neue Zeitjahr dann angebrochen und die Weihnachtsbeleuchtung wieder abmontiert, beginnen auch schon die Vorbereitungen für das nächste große Ereignis: der Geusemer Fastnachtsball steht schonwieder ins Haus. Damit sich alle Narren an diesem Abend bestens amüsieren können, muss seitens der Kerweborsch wieder einiges geleistet werden. Es muss eine Band, Bauzäune, Getränke und fastnachtliche Dekoration organisiert werden. Donnerstags vor dem Fastnachtsball wird der Boden in der Halle ausgerollt und die Bühne aufgestellt. Getränke werden angeliefert und der Tanzboden wird mit fachkundiger Unterstützung von Werner Hauf ausgelegt. Auch am Ball selbst übernehmen die Kerweborsch und Kerwemädchen mit Unterstützung freiwilliger Helfer Theken- und Kassendienste. Seit einigen Jahren werden außerdem das beste Einzel- und Gruppenkostüm gekürt. Nach der meist schlaflosen Nacht müssen die Kerweborsch und – mädchen schon um 7 Uhr mit den Aufräumarbeiten der vergangenen Partynacht beginnen, da der SV07 Geinsheim nur ein paar Stunden später mit dem Kindermaskenball beginnt.

Im April sind die meisten Verträge für die bevorstehende Kerb bereits abgeschlossen. Dazu zählen Verträge mit den Bands, Licht & Ton, Genehmigungen der Gemeinde, Müllcontainer etc. Nun stehen auch schon die Mottos für die Auftrittsabende fest, sodass die einzelnen Gruppen bereits mit den Proben für ihre Auftritte beginnen können. Außerdem beginnen die Kerweborsch mit der Sammlung für die Kerb und die Kerwemädchen besuchen Gewerbetreibende und Geschäfte in der Umgebung um die Annoncen für den Kerwespruch und die Beamerwerbung im Zelt zu sammeln.

 

Über das Jahr verteilt finden hin und wieder einige Kerwelagereinsätze statt, bei denen im Kerwelager aufgeräumt wird und nötige Reparaturen am Zeltinventar durchgeführt werden. Außerdem wird die Anzahl der vorhandenen Gläser und Becher überprüft und gegebenfalls nachbestellt.

 

Im Mai und Juni beginnen die Presseverantwortlichen teilweise schon mit der Gestaltung des Kerwespruchs und ergänzen diesen durch die Funpix, den Zusatztext sowie die gesammelten Annoncen. Außerdem werden die bereits erstellten Plakate und Flyer in Druck gegeben, sowie Kappen und Schleifen bestellt. Im Juni nehmen die Kerweborsch am Pfingsthobbyturnier in Dornheim Teil. Außerdem findet eine Kerweborschsitzung beim ASV Geinsheim statt, nach der die Kerweborsch dann gemeinsam aufbrechen um gemeinsam die Hessenauer Kerb zu besuchen. Desweiteren stellen die Borsch einige Helfer, um den SV07 Geinsheim beim Aufbau des DANCE-Turniers zu unterstützen.

Außerdem veranstalten wir vom Vorstand und einigen Weinkennern aus der Kerwefamilie eine Weinprobe vom Winzer des Vorjahres um uns vom Wein des neuen Jahrgangs zu überzeugen und somit maximale Zufriedenheit unserer Weintrinker zu erreichen.

Sobald die Kappen und Schleifen geliefert sind, treffen sich die Kerweborsch und Kerwemädchen an von Jahr zu Jahr wechselnden Schauplätzen um gemeinsam für das diesjährige Gruppenfoto zu posieren. Das Bild, das die Titelseite des Kerwespruchs schmückt, wird seit einigen Jahren schon von Michael Wielan geschossen. Damit sind alle Komponenten für den Kerwespruch komplett und er kann in Druck gegeben werden. Die Themen des Spruchs werden dabei von den Bürgern Geinsheims durch Missgeschicke selbst bestimmt und von Heinrich Egner in Reimen festgehalten.

Nun sind es nur noch weniger als zwei Monate bis zur Kerb und es gibt noch jede Menge zu tun. Die Ortsschilder, sowie die Schilder für die Umzugsrollen werden zu Leo Zwittmeier gefahren und bemalt. Die Plakate werden auf zurechtgeschnittene Aufsteller geklebt und im ganzen Kreis verteilt. Das A und O einer solchen Veranstaltung ist nun mal die Werbung.

Die Kerweborsch helfen Anfang Juli außerdem beim Auf- und Abbau des Eichfestes des Gemischten Chors Frohsinn.

 

Dann ist es auch bald schon so weit. Die Presse wird zur Kerb eingeladen und eine Presseankündigung für alle Zeitungen verfasst. Ein sehr wichtiges Medium für Werbung ist heutzutage das Internet. Dort erreicht man vor allem die jungen Menschen und kann sie auf die Geusemer Kerb aufmerksam machen. Auch die einzelnen Kerweborschgruppierungen im Umkreis werden angeschrieben und zur Kerb eingeladen.

Am Freitag vor der Kerb trifft sich ein Teil der Kerweborsch beim Kerwevadder um das Loch für den Kerwebaum auszuheben. Am Samstag darauf haben die Kerweborsch die Möglichkeit ihre Rollen für den Kerweumzug den Mottos entsprechend aufzubauen und zu gestalten.

 

Die Kerb an sich beginnt dann montags. Alle Kerweborsch treffen sich, nachdem sie tagsüber aufgebaut und erneut Plakate im Umkreis angebracht haben, um 19 Uhr beim Beivadder zum Kerwewocheneinläuten.

Voller Vorfreude auf die Kerb beginnen die Kerweborsch am nächsten Tag um 8 Uhr mit dem Aufbau des Kerwezeltes. Nachdem bereits am ersten Tag viel gearbeitet wurde, treffen sich die Kerweborsch abends dann im „Schuppen“, wo der Kerwevadder zum ersten Mal den Kerwespruch verliest und der Kerwewatz bestimmt und geeicht wird.

Mittwochs beginnen ab 8 Uhr wieder die Arbeiten am Zelt. Die Sektbar und der Weinstand werden aufgebaut, Wasseranschlüsse gelegt und Theken aufgestellt. An diesem Tag begibt sich der Beivadder außerdem mit ehemaligen Aktiven in den Wald um den Kerwebaum für seinen Kerwevadder auszusuchen, der Donnerstags dann von den Borsch und mit Hilfe von Heinrich Geil aus dem Wald nach Geinsheim transportiert wird. Außerdem findet am Donnerstagabend eine Generalprobe aller Auftritte statt, um alle Auftritte für die erste Kerweshow noch einmal durchzugehen.

 

Freitags ist es dann endlich so weit: das erste Wochenende der Kerb steht kurz bevor. Es werden letzte Vorbereitungen für die Schaumparty getroffen, der Schaumbereich wird aufgebaut, Licht und Tonanlagen installiert, die Beamer aufgehängt und ausgerichtet und ausreichend Absperrungen außerhalb des Zeltes aufgestellt. Sobald alles steht, geht es für die Kerweborsch ans Eingemachte. Nun gilt es den tonnenschweren Kerwebaum an seinen Bestimmungsort, nämlich ans Haus des Kerwevadders zu tragen. Dazu muss meist ein langer Weg zurückgelegt werden, der durch die schwere Fracht auf den Schultern und die oftmals extremen Wetterverhältnisse zusätzlich an den Kräften zehrt. Sobald der Baum steht gibt es für alle Gäste und Helfer kalte Getränke und ein kleines Buffet zur Stärkung. Doch viel Zeit bleibt nicht, nachdem die Borsch sich schnell geduscht und umgezogen haben, beginnt auch schon der Freitagabend.

 

Gezeichnet von der ersten Partynacht geht es dann am nächsten Morgen bereits um 7 Uhr ans aufräumen. Sobald alle Spuren der Fete beseitigt sind, trifft sich die komplette Kerwefamilie in der Sportklause um gemeinsam zu speisen. Danach haben die Borsch noch einmal die Gelegenheit, letzte Arbeiten an ihren Umzugsrollen vorzunehmen, ehe es dann gemeinsam zum Kerwegottesdienst in eine der beiden Kirchen Geinsheims geht. Anschließend brechen die Kerweborsch zu einer von ehemaligen Kerweborsch organisierten Rallye auf um den Ort zu finden, an dem die Kerb vergraben ist. Ist die Kerb dann ausgegraben, verliest der Kerwevadder den Kerwespruch des Vorjahres und es geht weiter zur Kappentaufe an der Gaststätte „Zur Felsengrotte“. Ab sofort dürfen die Kerweborsch ihre Kappen und Schleifen tragen, mit denen sie am Abend ins Kerwezelt einlaufen. Am ersten Showtanzabend hat das Kerwepublikum dann den ganzen Abend lang die Gelegenheit zu bester Tanzmusik unserer Bands das Tanzbein zu schwingen, bevor die Kerweborsch und Kerwemädchen dem Zelt mit ihrer Kerweshow unter wechselnden Mottos einheizen.

 

Der Tag danach steht ganz im Zeichen des Kerweumzugs. Ab 13 Uhr ziehen die bunt geschmückten Rollen der Kerweborsch und anderer Vereine durchs Ort und stellen die verschiedenen Themen des Kerwespruchs schauspielerisch dar. Der Kerwespruch dazu wird an festgelegten Stationen verlesen. Anschließend geht es zu Kaffee und Kuchen ins Festzelt. Dort verkauft der Kindergarten ab 14 Uhr köstliche Kuchen und Torten. Gegen Abend kommen dann weitere Programmpunkte hinzu, wie etwa den Auftritten ortsansässiger Tanzgruppen.

Nachdem das Zelt am Montagmorgen aufgeräumt ist, haben die Kerweborsch noch ein paar Stunden Zeit um die verschiedenen Stationen im Ort zum Frühschoppen zu besuchen, bevor sie ab 14 Uhr selbst wieder hinter der Theke im Zelt bedienen. Auch für die kleinen Gäste ist an diesem Tag bestens gesorgt: seit vielen Jahren tritt der Zauberkünstler Uwe im Clubraum der Sporthalle auf und gibt den jungen Besuchern seine Zaubershow zum Besten.

 

Der Dienstag ist für viele Kerweborsch eines der Highlights der Kerb. Die Kerweborsch ziehen durch Geinsheim und sammeln Eier, die beim großen Eierbacken im Zelt von den Kerwemädchen und Alt-Kerwemädchen mit Speck und Zwiebeln zubereitet werden und dort kostenlos verzehrt werden können. Dem Eierbacken folgt anschließend die Auslosung der Tombola, sowie dem Feuerwerk, das die Hauptkerb beendet. Symbolisch dafür drehen einige Kerweborsch ihre Kappe um.

 

Nun heißt es erst einmal wieder durchatmen, denn es folgen zwei weniger anstrengende Tage. Am Mittwoch werden weitere Umbauarbeiten am Zelt vorgenommen und die Umzugsrollen abgeschmückt. Anschließend treffen sich die Kerweborsch und Kerwemädchen mit dem Seniorenkreis der AWO Geinsheim im Clubraum der Sporthalle zum gemeinsamen Kaffeetrinken und fröhlichen singen.

Am Donnerstag besuchten die Kerweborsch früher stets die Pfungstädter Brauerei zu einer Brauereibesichtigung. Mittlerweile sind es immer wechselnde Aktivitäten wie etwa eine Gemarkungstour und einfach nur gemütliiches Kartenspielen im Kerwezelt. Abends steht dann eine letzte Generalprobe für die Nachkerweshow am kommenden Samstagabend an.

Der folgende Freitag wird dann zum Aufbau für die Rocknacht gebraucht, denn die Bands bringen jede Menge Licht und Tonanlagen mit sich, die alle aufgebaut und eingestellt werden müssen. Die Kerweborsch treten abends wieder ab 24 Uhr zum Thekendienst an und bauen, sobald die Band fertig ist, das komplette Bühnenequipment wieder ab.

Die Kerweshow am Samstagabend wird nach den täglichen Aufräumarbeiten von den meisten noch einmal ordentlich ausgenutzt, denn es ist der letzte Abend der Kerb. Ausgelassen feiern die Kerweborsch mit den Gästen bis in die frühen Morgenstunden, bevor es am Sonntag ab 8 Uhr zum Abbau des Zeltes kommt.

 

Sobald das Zelt gelegt und der Kerweplatz plötzlich wieder völlig leer ist, begeben sich alle gemeinsam zum Allerleitsfest um den Tag dort gemeinsam bei Musik und kalten Getränken ausklingen zu lassen. Anschließend gibt es ein letztes Essen in der Gaststätte „Zur Felsengrotte“, bevor es für die Neulinge der Kerb darum geht, die Kerwepuppe aus dem Hof von Familie Egner bis zum Kerwebaum und anschließend auf das Kerwefeuer am Kerweplatz zu tragen. Dort wird symbolisch für die als Kerweborsch gekleidete Puppe die Kerb verbrannt.

 

Montags werden dann die letzten Spuren beseitigt, die Ortsschilder werden abgehängt und der Kerwebaum wird gelegt.

Viel Zeit zur Erholung bleibt den Borsch nicht, denn es müssen schon alle Vorbereitungen für die Helferparty Anfang Oktober getroffen werden. Dazu sind alle freiwilligen Helfer der Kerb rechtherzlich zu einem gemütlichen Abend bei Wein, Bier und einem großen Buffet eingeladen. Am folgenden Tag besuche die Kerweborsch geschlossen den Goldenen Oktober der Arbeiterwohlfahrt, der seit vielen Jahren, so will es die Tradition, vom amtierenden Kerwesprecher moderiert wird.

 

Als wohlverdiente Belohnung und damit auch eine der letzten Veranstaltungen in einem Kerwejahr findet im Oktober noch ein Ausflug statt. Nachdem sie sich das ganze Jahr bemüht haben, um ihren Gästen unvergessliche Feste zu bieten, fahren die Kerweborsch zu einem gemeinsamen Kerweborschausflug um das Kerwejahr ausklingen zu lassen. Beliebte Reiseziele waren bisher z.B. Düsseldorf, Köln oder der Cannstatter Wasen.

Nun ist es auch nicht mehr allzu lange, bis ein weiteres Kerwejahr unter einer neu gewählten Führungsspitze anbricht.

Wir, die Geusemer Kerwemädcher, möchten uns an dieser Stelle auch vorstellen und einen kurzen Überblick darüber geben, wie ein Kerwejahr für uns aussieht, damit wir auch in Zukunft mit zahlreichen Neukerwemädchen rechnen können. Diese können jedes Jahr im Dezember an der Nikolaussitzung eintreten. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kervevadder gewählt und hat seine zukünftige Kerwemudder auserkoren, welche sich an dieser Sitzung vorstellen wird.

Wir sprechen über die bevorstehenden Ereignisse, wie z.B. das Motto und die Organisation des im Februar anstehenden Fastnachtsballs. Über das Jahr verteilt finden ca. 10 – 15 Sitzungen statt, an denen einerseits zu erledigende Dinge besprochen werden, andererseits aber haben wir an den Sitzungen auch eine Menge Spaß.

Jedes Jahr findet auch ein Ausflug statt, an dem nur die Kerwemädcher teilnehmen.
Wir fahren z.B. nach Sachsenhausen oder machen eine Weintour überm Rhoi.

Im April beginnen wir mit der Planung der Auftritte. Die Mottos stehen fest und die Kerweborsch und Kerwemädcher sind nun drauf und dran sich etwas zu überlegen, was dem Kerwepublikum gefällt.

Spätestens Ende April beginnen die Proben der Auftritte.

Während die Kerweborsch im Frühjahr Geld für die Vorfinanzierung der Kerb im Ort sammeln, statten die Kerwemädchen allen Firmen und Gewerbetreibenden im Umkreis einen Besuch ab, um Annoncen für den Kerwespruch zu sammeln.

Im Juli geht es weiter voran mit den Vorbereitungen, wie das Plakatieren der Aufsteller. Wenn diese getrocknet sind geht es auch schon an das Plakatieren in den verschiedenen Orten.

Anfang August werden ein paar letzte Vorbereitungen getroffen. Wir überlegen uns ein Motto für den Frühschoppen und verteilen die Dienste über Kerb, wie zum Beispiel Zeltwachen oder Sektbardienste. Dann beginnt auch schon allmählich die Kerb, das Zelt wird aufgebaut und alle treffen sich im Zelt um Arbeiten rund ums Zelt zu erledigen. Sobald die Bühne steht beginnen die ersten schon Ihre Auftritte zu verfeinern, damit für die Kerb alles sitzt.

Idee – Gründung – Ziele

Die Idee zur Gründung der Geusemer Altkerweborsch kam uns während der Kerb 1998. Einige Kerweborsch, die schon über zehn Jahre dabei waren dachten sich: ,,Noch ein Jahr Kerweborsch, das ist mir zu viel“. Aber nach so vielen Jahren ganz aufhören wollte man auch nicht. Da kam uns die Idee: “Wir Gründen die Geusemer Altkerweborsch!“. Gesagt, getan! Es wurden Gespräche mit dem Vorstand der Kerweborsch geführt. Wie lassen sich die Interessen der Altkerweborsch mit den Interessen der Kerweborsch vereinbaren? Nach einigen Gesprächen war es dann soweit, das erste Treffen fand Anfang März 1999 in der Gaststätte „Felsengrotte“ statt. Zu diesem Anlass kamen 23 ehemalige Kerweborsch aus verschiedenen Altersbereichen. Auf dieser Sitzung wurde vereinbart, dass jeder bei den Geusemer Altkerweborsch mitmachen möchte mindestens zehn Jahre Kerweborsch gewesen sein musste oder seit fünf Jahren kein aktiver Kerweborsch mehr ist. Dies wurde beschlossen, damit keiner auf die Idee kommt ein Jahr lang Kerweborsch zu sein um dann zu den Altkerweborsch zu wechseln. Grundsätzlich wurde vereinbart, dass die Altkerweborsch keine Konkurrenz für die Kerweborsch sind, sondern die Kerweborsch unterstützen wollen. Man entschied sich dafür, dass die Geusemer Altkerweborsch einen Sprecher, einen Schriftführer und einen Kassenwart stellen sollten. Auch machte man sich bei diesem Treffen Gedanken, was man während der Kerb und das ganze Jahr über gemeinsam unternehmen könnte.
Das zweite Treffen fand im April 1999 in der Gaststätte „Zur Schönen Aussicht“ statt. In dieser Sitzung wurden Thomas Wetzel zum Sprecher und Klaus Sonneck zum Schriftführer gewählt. Steffen Rühl und Jörg Altheim wurde die Verantwortung für die Kasse übertragen. Außerdem entschied man sich dafür, am Kerweumzug teilzunehmen und das Grünzeug aus dem Wald für den Kerweumzug zu holen. Ebenso entschloss man sich dazu, den ersten Thekendienst an der Nachkerwedisco zu übernehmen.

Was machen die Altkerweborsch so im Jahr?

Die Geusemer Altkerweborsch treffen sich zwischen Februar und November in unregelmäßigen Abständen, zwischen 4 und 8 Wochen, Freitags oder Samstags, in Gaststätten oder in privaten Partyräumen.
In der Fasnachtszeit werden wir regelmäßig zur Fasnachtsparty der Kerweborsch eingeladen. Zur Tradition ist der gemeinsame Besuch des Kerwefrühschoppens auf der Hessenaue geworden.

Im Jahr 2000 entschieden sich die Altkerweborsch eine Sommerparty auf dem Gelände des ASV Geinsheim zu veranstalten. An der ersten Party wurde von unserem „Altkerweborschmetzger“, Ralf Heizenröder, ein Spanferkel zubereitet. Im Jahr darauf beteiligten sich zudem die Geusemer Altkerwemädcher an dieser Party.

Seit der Gründung der AKB nehmen wir in den Sommerferien am Beach-volleyball-Turnier des SV07 Geinsheim teil. Im August 2001 fand ein Treffen mit den Hessenauern Altkerweborsch statt.
Aufgrund unserer Unterstützung an Kerb, werden wir jedes Jahr im Oktober zur Helferparty eingeladen.
Im November lassen wir unsere Aktivitäten bei einem letzten feucht-fröhlichen Treffen ausklingen.

Was machen die Altkerweborsch während der Kerb?

Manche von uns, die Lust und Zeit haben, helfen den Geusemer Kerweborsch beim Aufbau und Einrichten des Kerwezeltes. Das letzte Treffen vor der Kerb findet, wie aus den Kerweborschzeiten bekannt, Donnerstag abends im Festzelt statt. An diesem Treffen werden die Einzelheiten für die kommenden zwei Wochen besprochen. Einige Altkerweborsch sind während der Kerb als Kassierer aktiv an der Eingangs- und Hauptkasse. Kerwefreitags unterstützen wir die Kerweborsch beim Aufstellen des Kerwebaums.

Am Kerwesamstag treffen sich die Altkerweborsch zum Holen des Grünzeugs im Wald, das für den Umzug und zum Schmücken der Rollen benötigt wird. Am Kerweumzug 1999, nahmen wir zum ersten Mal mit einer Rolle teil. Im Jahr 2001 beteiligten wir uns mit einem LKW unter dem Motto „Love Parade“.

Der Frühschoppen wird gemeinsam gefeiert, dabei ziehen wir durch dir Geinsheimer Kneipen, den Absch(l)uss machen wir im Kerwezelt.
Auf das Eiersammeln, ein Highlight der Kerb, wollten wir nicht verzichten. So gehen am Kerwedienstag die Altkerweborsch gemeinsam auf Tour. Mit Schlepper und Rolle machen wir auf den Aussiedlerhöfen und auf dem Kornsand Station.

An Nachkerwedisco übernehmen wir den ersten Thekendienst, im Anschluss geht es dann in die Bar wie in „alten Zeiten“. Zum Ende der Kerb unterstützen diejenigen Altkerweborsch, die Lust und Zeit haben, die Kerweborsch beim Zeltabbau.

Die Altkerwemädscher gehören seit 2001 fest zur Geusemer Kerwefamilie dazu. Im Gründungsjahr zählten sich bereits 12 ehemalige Kerwemädscher zur Gruppierung – die Tendenz steigend. Zum 15-jährigen Jubiläum 2016 sind wir eine eingeschworene Truppe aus 20 Mädscher.

Wie wird man Geusemer Altkerwemädsche:

Neben guter (Feier-)Laune, Engagement und der Liebe zur Tradition muss ein angehendes Altkerwemädsche nur folgende Eigenschaft mitbringen: Bevor man sich den AKM anschließt sollte man mindestens 5 Jahre Kerwemädsche gewesen sein.

Als durchaus offenherzige Gruppierung haben wir sogar ein männliches Mitglied vorzuweisen!

Was machen die AKM:

Wie auch alle anderen Gruppierungen treffen sich die AKM in unregelmäßigen Abständen über das Jahr verteilt zu Sitzungen um aktuell anfallendes zu besprechen. Besonders zu den Events wie dem Fastnachtsball, KeBoRaMa und natürlich der Kerb stehen diese Treffen an. Die AKM sind gegründet worden, um den aktiven Kerweborsch und –mädscher unterstützend zur Seite zu stehen.
So übernehmen wir stets gern Theken- und Sektbardienste, beteiligen uns an der Verpflegung bei Festlichkeiten und greifen den Kerwemädschern bei Aktionen wie dem traditionellen Eierbacken unter die Arme.

Am jährlichen Kerweumzug, an dem wir mit einer eigenen Rolle teilnehmen, sowie dem Frühshoppen am Kerwemontag feiern wir dann unseren Zusammenhalt, der auch außerhalb der Kerb über das Jahr hinweg durch gemeinsame Ausflüge gepflegt wird.

Entstehung – Tradition

Eigentlich gibt es die Alt-Kerwevadder schon immer, früher nannte man diese Institution allerdings Komitee. Bei jedem Umzug fuhren sie mit und standenden Kerweborsch mit Rat und Tat zur Seite. Seit Anfang der 80er Jahre treten wir als die Geusemer Alt-Kerwevadder in der Öffentlichkeit auf. 1983 wurde erstmals ein einheitliches Outfit, bestehend aus bedruckten T-Shirts und Mützen, beschafft. In verschiedenen Sitzungen in unserem Stammlokal „Felsengrotte“ wurden in jener Zeit Grundsteine für noch heute bestehende Veranstaltungen gelegt. Seitdem gibt es, außer der Teilnahme am Kerweumzug, mehrere Aktivitäten im Jahresverlauf. Derzeit sind rund 20 ehemalige Kerwevadder aktiv bei den Geusemer Alt-Kerwevaddern. Sprecher unserer Truppe ist seit 1996 Thomas Dickhaut. Vor ihm nahm ab 1983 Peter Egner diesen Posten war. Die Stellvertreter sind Michael Hauf, der sich auch als Schriftführer betätigt, und Wolfram Vogler, der die Kasse führt. Um die Pressearbeit kümmert sich Peter Egner.

 

Winterkutschfahrt

Schon legendär sind die Winterkutschfahrten im Januar. Zuerst wird immer bei einem ehemaligen Kerwevadder gefrühstückt, bevor wir früh am Morgen zu einem Fahrtziel in näherer Umgebung starten. Nach dem ausgiebigen Schmaus wird dann die Kutsche mit ausreichend Proviant beladen, damit auch keiner Hunger oder Durst leiden muß. Das Haflingergespann stellt seit Jahr und Tag unser Freund Walter Schaffner, der es auch souverän an die Ausflugsziele und wieder zurück lenkt. Fahrtziele der Winterkutschfahrt waren z.B. das Heimatmuseum in Leeheim, die Reiterhöfe bei Dornheim und Ginsheim. In den jeweiligen Zielorten wird dann noch in einer ortsansässigen Gastwirtschaft ausgiebig zu Mittag gegessen. Wonach wir uns gestärkt der Rückfahrt zuwenden. Unterwegs werden selbstverständlich einige Geusemer Kerwelieder zum Besten gegeben. Außerdem werden meistens einige lustige Spiele veranstaltet, bei denen sich der jeweilige „Sieger“ noch immer etwas „erwärmen“ darf.

In der Fastnachtszeit kommen einige Alt-Kerwevadder gerne der Einladung der Kerweborsch nach und besuchen die Fastnachtsparty der Kerweborsch, die meistens im „Schuppe“ stattfindet.

 

Alt-Kerwevadderparty

Nach einigen Monaten Pause findet alljährlich zu Beginn der Sommersaison unsere Alt-Kerwevadder-party statt. Seit jeher dient die Scheune unseres Sprechers Thomas Dickhaut als Veranstaltungsort. Neben Speis und Trank, stehen vor allem die spaßigen Wettkämpfe auf dem Programm. Erinnert sei hier zum Beispiel an den Gummistiefelweitwurf, das Seilziehen, den Nagelbalken, die Dart-meisterschaften, das Stuhlwettrennen, die Tischtennismeisterschaften oder die Wasserspiele. Nachdem wir bis in die frühen Morgenstunden gefeiert haben, steht am nächsten Tag das Aufräumen an. Dies wird manchmal noch zu einem kleinen Frühschoppen genutzt.

 

Sommerkutschfahrt

Im August findet traditionell unsere Sommerkutschfahrt statt. Genau wie bei der Winterkutschfahrt geht es nach einem ausgiebigen Frühstück und mit genügend Proviant an Bord mit dem Haflingergespann zu einer Tagesfahrt in die nähere Umgebung. Unter den zahlreichen Zielen waren unter anderem die Schwedensäule bei Erfelden, das Hofgut Kreuzer auf der Nonnenaue, der Woogsdamm bei Groß-Gerau, das Dreiländereck, die Startbahn West, der Eicher See und Ginsheim über die Altrheinfähre Nonnenaue. Zwischendurch gab es auch zwei Busausflüge mit den jeweiligen Fahrtzielen Rüdesheim und Miltenberg. Dass es bei der Sommerkutschfahrt immer überaus lustig zugeht, ist vielleicht an folgenden beiden Anekdoten gut zu erkennen:

Bei einer Tour durch unser Nachbarland Rheinland-Pfalz hatte eines der Pferde einen verdreckten Schweif, da aber einer von uns meinte er wolle unbedingt mit einer sauberen Kutsche und sauberen Pferden zurück ins Hessenland, wurde von ihm der Pferdeschweif vor dem Übersetzen mit der Fähre noch gereinigt. Ein anderes Mal wollte ein Teilnehmer durch den Altrhein schwimmen, weil der Fährmeister gerade Mittagspause in einem Lokal an der anderen Uferseite gemacht hatte und deshalb ein Übersetzen nicht möglich war. Nachdem die anderen Teilnehmer ihn gerade noch davon abhalten konnten sich in den Rhein zu stürzen, wurde von besagtem Altkerwevadder ein vorbeifahrendes Motorboot angehalten, das ihn dann trockenen Fußes ans andere Ufer brachte. Dort konnte er dann den Fährmann dazu bewegen seine Mittagspause zu unterbrechen um die Kutsche umgehend hinüberzubringen. Wenn das Wetter mitspielt, wird des öfteren noch mal eine kurze Pause zur Erfrischung in einem Gewässer genutzt. Zwischendurch stimmen wir uns mit zahlreichen Liedern auf die bevorstehende Kerb ein.

 

Geusemer Kerb

Die Kerb ist selbstverständlich für uns Alt-Kerwevadder der unumstrittene Höhepunkt des Jahres. Bereits eine Woche vor Kerb treffen wir Alt-Kerwevadder uns zum Rollenaufbau für den Umzug in der Hofreite von Walter Schaffner. Diese wird uns genau wie das Haflingergespann und die Rolle unentgeltlich zur Verfügung gestellt. An die Rolle montieren wir das jeweilige Motiv, das nach unseren Ideen von dem Ortsansässigen Künstler Leo Zwittmeier immer wieder phantastisch gestaltet wird, an die Umzugsrolle. An dieser Stelle möchten wir beiden für ihre Unterstützung unseren Dank aussprechen.

Über die Kerb haben wir zwar ein anstrengendes aber dafür ein wunderschönes und lustiges Programm zu bewältigen.

Zahlreiche Alt-Kerwevadder sind jährlich Gäste beim Kerwewocheuleute und beim Baumstellen. Selbstverständlich helfen wir Alt-Kerwevadder beim Zeltaufbau und unterstützen die Kerweborsch über die gesamte Kerb. Einige fungieren zum Beispiel als Kassierer oder Weinkellner. Am Vormittag des Kerwesamstags wird die Umzugsrolle noch fertig geschmückt und anschließend geht’s zum gemeinsamen Mittagessen mit den Kerweborsch in eine Gastwirtschaft.

Am Kerwesonntag treffen wir uns zum Mittagessen in der Gaststätte „Bingel“. Dort können wir dann unsere Umzugsrolle besteigen, die Walter Schaffner sozusagen direkt vor der Tür parkt, um dann am Kerweumzug teilzunehmen. Unser Motivwagen markiert alljährlich das Schlußlicht des Kerweumzugs unter dem Motto „Alt-Kerwevadder immer debei“. Von unserer „singenden“ Umzugsrolle verteilen wir die Geschenke für die Kinderbelustigung. Vollzählig sind wir auf dem Motivwagen beim Kerweumzug übrigens nie, denn einige jüngere Alt-Kerwevadder sind schließlich noch als Kerweborsch aktiv oder unterstützen diese beim Ausschank des Freiwoi. Nach dem Umzug treffen wir uns alle beim Kerwevadder zum Kaffeetrinken wieder. Im Anschluß daran folgt ein Spaziergang ins Kerwezelt, wo wir den Kerwesonntag fröhlich ausklingen lassen.

Der Kerwemontag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück, bei dem uns jährlich ein anderer Geinsheimer Bürger zu sich einlädt. Anschließend feiern wir zusammen den Kerwefrühschoppen. Dieser fängt meistens mit einem Besuch bei der Feuerwehr an und führt uns dann über verschiedene Stationen ins Kerwezelt. Das es hierbei immer sehr lustig ist, sieht man vielleicht am jüngsten Beispiel am Besten: Einer unserer ältesten aktiven Alt-Kerwevadder mußte im letzten Jahr unbedingt mit den Kindern in der Hüpfburg wetteifern, so doll, daß er in den nächsten Kerwetagen durch ein paar Wehwechen leicht gehandicapt war.

Der Motivwagen wird am Vormittag des Kerwedienstags abgeschmückt. Nachdem dies erledigt ist, absolvieren wir unseren Kerwedienstagsspaziergang der uns an mehrere Haltestellen zur Aufnahme fester und flüssiger Nahrung führt. Feste Anlaufpunkte sind hier die Familie Philipp Egner und die Eltern des Kerwevadders. Beendet wird dieser Tag mit dem Besuch des traditionellen Eierbackens im Kerwezelt. Die anschließenden Tage nutzen wir dann zur Erholung von den Strapazen der vergangenen Kerwetage, um dann mit neuen Kräften die Nachkerb anzugehen.

Selbstverständlich sind einige Alt-Kerwevadder gerne hilfbereit, wenn die Kerweborsch das Zelt am Nachkerwesonntag abbauen und Montags den Kerwebaum umlegen sowie die Hinweisschilder abmontieren.

Wir hoffen Ihnen einen kurzen Einblick darüber gegeben zu haben, was wir ehemaligen Kerwevadder unternehmen. Dabei möchten wir betonen, daß der große Altersunterschied von bis zu 50 Jahren für uns nie war oder ist. Diese Gelegenheit möchten wir auch nutzten um uns bei allen Bürgern, die uns in der Vergangenheit unterstützt haben, zu bedanken. Hier gilt unserer ganz besonderer Dank den jungen Geinsheimern, die uneigennützig die alte Tradition der Geusemer Kerb fortbestehen lassen. Wir wünschen den Kerwemädscher und Kerweborsch bei der diesjährigen Kerb ein gutes Gelingen. Solange sich immer wieder so viele junge Menschen zusammenfinden und jährlich solch eine großartige Leistung zustande bringen, wie die Geusemer Zeltkerb zu organisieren, braucht uns und allen Bürgern um unsere Kerb nicht bange zu sein. Dann heißt es auch in Zukunft: „Die Geusemer Kerb werd niemols unnergeh“.

Wie es zum Kerwewatz kam

Ein immer wieder mehr oder minder gern gesehener Aktivposten der Geusemer Kerweborsch sind der Kerwewatz und die Alt-Kerwewätz.

Der Ursprung des Kerwewatz liegt im Jahr 1987. Damals befand man nach heiteren Berichten von Kerweborsch aus anderen Gemeinden, dass man auch in Geusem für Kerweborsch mit bestimmtem Verhalten eine vorgehobene Stelle schaffen sollte.

Zum ersten Kerwewatz wurde Michael Hauf auserkoren und mit der Auftrittsnummer „Skandal in Geusem“ auch beim Publikum eingeführt.

Der Watz

Da es auch immer wieder einige sehr ausgelassene Kerweborsch gab, gestaltete es sich auch in den folgenden Jahren nicht schwierig einen geeigneten Kerwewatz zu finden.

Der aktuelle Kerwewatz wird jährlich vom Kreis der Alt-Kerwewätz ernannt, wobei bestimmte Verhaltensauffälligkeiten den Ausschlag geben. Ausgezeichnet wird der Watz mit einer speziellen schwarzen Schleife, die er bei seiner Vorstellung am Kerwesamstag überreicht bekommt.

Seine Ernennung erfolgt bereits während der letzten Kerweborschsitzung im „Schuppe“. Zum Ritual gehört es dabei, ein Tablett voller alkoholischer Flüssigkeit auf Ex zu leeren. Die Zutaten werden nach bestem Wissen und Gewissen kurzfristig ausgewählt.

Der Kerwewatz genießt an Kerb Narrenfreiheit bis zu den Grenzen des guten Geschmackes. Tradition ist es auch, dass er als letzter ins Zelt einmarschiert.

Einige Kerwewätze bevorzugten auch das Bad in der Bach.

Vom Watz zu de Wätz

Die Entstehung der Alt-Kerwewätz erfolgte mehr oder weniger automatisch mit der Wahl des 3. Kerwewatzes, da die vorangegangenen beiden sich nur schwer von ihrem Amt trennen konnten. So musste denn auch im Jahre 1989 Kerwewatz Heiko Schwarz die Alt-Kerwewätz in einer Badewanne durchs Ort fahren.

Dies war auch gleichzeitig die erste Teilnahme der Alt-Kerwewätz am Kerweumzug.

Ab 1994 wurde dies zur Regel und damit auch immer mehr perfektioniert. Umzugsrollen waren beispielsweise: Pulfass, Holder mit Heuwagen, Weizenkleiebad, der Sadowatz und das absolute Highlight die Baggerschaufel mit Torfschlamm zum 10 jährigen Jubiläum der Alt-Kerwewätz.

Leider ist bei den Umzügen immer wieder festzustellen, dass das Humorverständnis einiger Mitbürger zu wünschen übrig lässt.

Weitere Watzivitäten

Bei Spielen an Kerweborschpartys ist die Mannschaft der Alt-Kerwewätz stets in der Spitzengruppe zu finden.

Erkennbar während der Kerb sind die Alt-Kerwewätz meist an ihren T-Shirts, welche sich stets im Motiv mit dem Trewwerer Kerwe-Maskottchen befassen.

Von 1991-2000 war es außerdem Sitte, dass sich die Alt-Kerwewätz am Kerwemontag bei Fam. Schorsch zum Watzefressen einfanden. Die Gerichte wurden immer ohne Besteck eingenommen. Auf der Speisekarte standen dabei z.B. Spaghetti Bolognese, Rippchen mit Kraut, Zwiebelsuppe und Grießbrei mit Sauerkirschen. Aus verständlichen Gründen fand das Fressen nur im Freien statt. Danach wurde mit der versauten Kleidung im Zelt eingelaufen.